Iram Ghufran

There Is Something In The Air
Indien 2011

Kunstsaele Berlin
Eröffnung Mittwoch 08.02. 18:00 - 21:00
Täglich 11:00 - 20:00

Meet the Artists:
13.02. 12:00 - 13:00
18.02. 12:00 - 13:00

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THERE IS SOMETHING IN THE AIR ist ein Ruf von den Rändern des Verstands. Die dokumentarische Arbeit besteht aus einer Serie von Traumerzählungen und Berichten von spiritueller Besessenheit, wie sie von weiblichen Bittstellern am Schrein eines Sufi-Heiligen in Nordindien erlebt wurden.

Der kurze Film handelt von vielen Dingen – von Sehnsucht und Transgression, von Feen und Djinns, um nur einige zu nennen. Er vermischt dokumentarische und fiktionale Tropen, um eine Erzählung zu spinnen, die auf Hörensagen basiert. Es gibt hier keine Experten, keine Augenzeugen. Die Erzählerinnen könnten unglaubwürdig sein.

Die Handlung entfaltet sich in Form von Träumen, Erscheinungen von Djinns und dem Verschwinden von Frauen. Der Film sammelt Erzählungen von Frauen, die behaupten, von etwas in der Luft ‚befallen’ zu sein – sei es ein Geist, ein Dämon, ein Gespenst oder ein Djinn. Umgangssprachlich bezeichnet man diesen Zustand als ‘hawai marz’ oder ‚Luftkrankheit’. Der Schrein, an dem sie sich versammeln, wird zu einem Ort, an dem Performance zur einzigen Möglichkeit der Interaktion wird. Man beginnt sich zu fragen, welche Möglichkeiten das ‚Verrücktsein’ produziert.

Der Schrein ist Krankenhaus und Gerichtshof gleichermaßen. ‚Patienten-Bittsteller’ kommen aus dem ganzen Land und jeder ‚Fall’ wird dem Gericht des toten Heiligen vorgebracht – zweimal täglich. Der Prozess beginnt damit, dass die Patienten mit Hilfe der Verwalter des Schreins eine Petition schreiben, und diese vor dem Heiligen in Erscheinung treten lassen. Der Heilungsprozess kann Jahre dauern, die meisten Patienten leben in und um den Schrein und haben tägliche ‚Auftritte’ vor dem Gericht des Heiligen. Sie brauchen keine Anwälte, Zeugen oder Beweisstücke. Der Wahrheitsanspruch ihrer Sprechakte im Verlauf der Auftritte, während derer sie besessen sind, wird nicht hinterfragt.

Die Filmemacherin Iram Ghufran lebt in New Delhi, Indien. Ihre Arbeiten ensteht meist interdisziplinär – zwischen Film, Fotografie, Recherche und Text. Sie wurde in verschiedenen internationalen Kunst- und Filmkontexten präsentiert: unter anderem bei Aar- Paar Public Arts Project, Watermans Arts Centre, World Social Forum und ISEA.

Produktion: Public Service Broadcast Trust, Doordarshan, Prasar Bharti
Buch, Recherche, Schnitt: Iram Ghufran
Kamera
: Kashif Siddiqui
Ton
: Pratik Biswas
Sounddesign: Asheesh Pandya
Format: DVCAM
Länge
: 29 Minuten