Akram Zaatari

Al-Houbut / The Landing
Libanon, Vereinigte Arabische Emirate 2019

21.02.2020 20:30 OF Werkstattkino@silent green
24.02.2020 22:00 OF Kino Arsenal 1

63 Min. Arabisch, Englisch.

Leben sie in der Wüste oder haben sie sich in ihr verlaufen? Sicher ist, die drei Männer sind mit den Ruinen der modernen Zeit konfrontiert, sie sind Entdecker vergangener Tage oder Performer in einer existierenden Architektur. Ihre Begegnungen, Bewegungen und Standortbeurteilung loten einen Raum akustisch aus. Der Film spielt in Shaabiyat al Ghurayfah, einem Sozialwohnungsprojekt in Schardscha in den Vereinigten Arabischen Emiraten, das in den achtziger Jahren für die Nachkommen der Ketbi-Beduinen gebaut wurde. Dieser inzwischen völlig verlassene Ort war Zeuge des ersten Umzugs von Beduinenfamilien aus Zelten in moderne Behausungen.
Der Film entfaltet sich als ein Repertoire einfacher Gesten, von denen einige von den Performances des Künstlers Hassan Sharif inspiriert sind und sich spielerisch mit Architektur, Vegetation, Raum, Bewegung, Übergängen, Überwachung und Perspektive auseinandersetzen. Kabel, Abwasserrohre, Schläuche, Schaufeln, Küchengeräte, Gebläse und sogar ein vor Ort landender Hubschrauber werden in diesem Film eher wegen ihres klanglichen als wegen ihres narrativen Potenzials eingesetzt – und erzeugen Brüche, Konfrontationen und Transformationen in einer abgebrochenen Erzählung.

Akram Zaatari, geboren 1966 in Saida, Libanon, lebt und arbeitet in Beirut. Er hat Filme und Videos produziert, denen allen das Interesse gemeinsam ist, Geschichten und Praktiken zu schreiben, die mit Ausgrabungen, politischem Widerstand, dem Leben ehemaliger Kämpfer, dem Erbe einer erschöpften Linken und der Verbreitung von Bildern in Kriegszeiten zu tun haben. Zaatari hat eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der formalen, intellektuellen und institutionellen Infrastruktur der zeitgenössischen Kunstszene Beiruts gespielt. Als Mitbegründer der Arab Image Foundation hat er unschätzbare und kompromisslose Beiträge zum breiteren Diskurs über Bewahrung und Archivierungspraxis geleistet. Zaatari repräsentierte den Libanon auf der Venedig-Biennale 2013 mit seinem Film Letter to a Refusing Pilot. Seine Arbeiten werden weltweit in Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert.

Produktion Akram Zaatari. Produktionsfirma Akram Zaatari (Beirut, Libanon). Regie, Buch Akram Zaatari. Kamera Talal Khoury. Montage Rita Mounzer. Sound Design Victor Bresse. Ton Victor Bresse. Production Design Khaled El Sawy. Regieassistenz Nagham Abboud. Produktionsleitung Lara Chekerdjian. In Auftrag gegeben von Omar Kholeif Sharjah Biennial 14. Mit Sharif Sehnaoui, Ali Hout, Abed Kobeissy.

Filme

Auswahl: 1997: Al-Sharit Bi-Khayr / All Is Well on the Border (45 Min.). 2003: Al-Yaoum / This Day (86 Min.). 2005: Fo Haza al-Bayt / In This House (13 Min.). 2008: Tabiah Samitah / Nature Morte (10 Min.). 2010: Tomorrow Everything Will Be Alright (10 Min.). 2011: Hia wa Houa / Her + Him (33 Min.). 2013: The End of Time (14 Min.), Letter to A Refusing Pilot (34 Min.). 2014: Beirut Exploded Views (30 Min.). 2015: Thamaniat wa ushrun laylan wa bayt min al-sheir / Twenty-Eight Nights and a Poem (120 Min., Forum 2015). 2018: The Script (7 Min., Forum Expanded 2019). 2019: Al-Houbut / The Landing.

Foto: © Akram Zaatari