März 2013

Auf der Berlinale ausgezeichnete Filme neu im Verleih

HÉLIO OITICICA

ART/VIOLENCE

Wir freuen uns sehr, den diesjährigen Caligari- sowie FIPRESCI-Preisträgerfilm HÉLIO OITICICA sowie den Gewinner des entwicklungspolitischen Filmpreises 'Cinema fairbindet' ART/VIOLENCE (Palästinensische Gebiete/USA 2013) als Neuzugänge im Verleih begrüßen zu können. Beide Filme starten diesen Herbst im Kino. Aus dem diesjährigen Forum-Expanded-Programm werden die folgende Arbeiten bereits über arsenal distribution verliehen: Isabelle Prims DEJEUNER AVEC GERTRUDE STEIN, ONCE EVERY DAY von Richard Foreman, ROTATION von Ginan Seidl und Clara Wieck, James Richards’ NOT BLACKING OUT JUST TURNING THE LIGHTS OFF sowie BÜHNE von Daniel Kötter.

Cesar Oiticia Filhos Found-Footage-Dokumentarfilm HÉLIO OITICICA (Brasilien 2012), der sowohl mit dem Caligari- als auch dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet wurde, widmet sich dem 1980 verstorbenem Onkel des Filmemachers, einem der bedeutendsten brasilianischen Künstler des 20. Jahrhunderts. Der Film verzichtet auf Kommentar und Interviews und lässt stattdessen in Film- und Tonarchivaufnahmen Oiticica selbst zu Wort kommen. Die rhythmisch montierten Bilder illustrieren die Erzählungen des Künstlers nicht einfach nur, sondern stellen sie in neue Zusammenhänge und gehen weit über sie hinaus. Entstanden ist so das gewagte und komplexe Porträt eines Künstlers, bei dem Arbeit und Leben (Homosexualität und Drogen eingeschlossen) einander bedingen und verwandeln.

Der entwicklungspolitische Filmpreis 'Cinema fairbindet', gestiftet vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), ging in diesem Jahr an den Panorama Film ART/VIOLENCE (Palästinensische Gebiete/USA 2013) von Udi Aloni, Batoul Taleb und Miriam Abu-Khaled. ART/VIOLENCE beschäftigt sich mit dem Freedom Theatre im palästinensischen Flüchtlingslager Dschenin, Westjordanland, das Jugendlichen einen Ort bieten soll, ihren eigenen künstlerischen Widerstand gegen Unterdrückung und die israelische Besatzung zu entwickeln. 2011 wurde der Gründer des Theaters - der palästinensisch-jüdische Schauspieler, Regisseur und Friedensaktivist Juliano Mer-Khamis - ermordet. Gemeinsam mit dem Regisseur Udi Aloni lassen sich die palästinensischen Schauspielerinnen Batoul Taleb und Miriam Abu-Khaled von Helden der Weltliteratur inspirieren, um Julianos Weg weiter zu folgen.

In DEJEUNER AVEC GERTRUDE STEIN von Isabelle Prim (Frankreich 2012), betritt eine Fee, bei Gertrude Stein zum Mittagessen eingeladen, plötzlich eine neue Welt. ONCE EVERY DAY (USA 2012) ist der erste Film der Theaterlegende Richard Foreman seit 35 Jahren. Mit vertrauten Bewegungen erobern sich eine Pole-Tänzerin und eine rhythmische Sportgymnastin in ROTATION (Ginan Seidl, Clara Wieck, Deutschland 2012) die Bühne der jeweils Anderen. James Richards’ NOT BLACKING OUT JUST TURNING THE LIGHTS OFF (Großbritannien 2012) untersucht die Rolle, die Intimität im Verhältnis zu Begehren und physischer Nähe spielt. BÜHNE (Deutschland 2012) von Daniel Kötter zeigt, wie im bulgarischen Varna die Haupthalle des Palasts für Sport und Kultur wöchentlich ihre architektonische und soziale Funktion ändert.